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Keine Denkverbote bitte!
Der aktuelle Aufschrei der internationalen Presse zum Vorschlag der Bundeskanzlerin, Krisenstaaten als ultima ratio auch aus der Eurozone ausschließen zu können, ist scheinheilig. Die selben Medien geißeln doch im Fall der Fälle die Politik dafür, dass sie das Steuergeld der Bürger verschleudert.
Es ist ein Strukturproblem jeglichen automatisierten Finanzausgleichs, dass für potenzielle Nehmer Anreize dafür fehlen, Anstrengungen zu unternehmen, Krisensituationen aus eigener Kraft zu überwinden. Deshalb gibt es einen solchen Ausgleich im Euroraum auch nicht!
Solidarität mit Griechenland (und möglicherweise anderen) ist auch in diesem Kontext wichtig und richtig - es ist aber ganz sicher nicht im Sinne der europäischen Einigung, die gemeinsame Währung im Extremfall in eine Schieflage geraten zu lassen. Wer die Stabilität der Währung aufs Spiel setzt, und so letztlich mit dem Wohlstand der Bürgerinnen und Bürger spielt, muss auf drastisch sinkende Zustimmung zur europäischen Einigung sicher nicht lange warten!
Denkverbote helfen hier - wie überall - nicht weiter. Man muss gerade auch angesichts der gegenwärtigen Proteste weiter Teile der griechischen Bevölkerung gegen das Sparprogramm ihrer Regierung darüber nachdenken dürfen, wie man im Extremfall reagieren kann, um den Bestand des Gesamtsystems zu sichern.
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